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Universität zu Köln
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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachgruppe Physik

I. Physikalisches Institut

Die Zuverlässigkeit der Ableitung von Wolkenparametern aus eindimensionalen Strahlungstransportmodellen

Betreuer: Volker Ossenkopf

Eindimensionale Modelle für den Strahlungstransport in Moleküllinien stellen die einfachste, voll selbstkonsistente Möglichkeit zur Simulation beobachteter Linienprofile dar und erlauben im Rahmen der iterativen Anpassung der Linienprofile durch Änderung der physikalischen Wolkenparameter diese aus den Beobachtungen abzuleiten. Allerdings ist noch nicht bekannt, wie zuverlässig die so gewonnenen Daten in Abhängigkeit von der Anzahl der beobachteten Linien sind. In der Diplomarbeit sollen verschiedene Anpassalgorithmen ausprobiert werden, um einen optimalen Algorithmus zu finden, und das Verhalten der Anpassgüte in Abhängigkeit von der Zahl, Art und Form der verwendeten Linien bestimmt werden, um beobachtenden Astronomen eine Empfehlung für optimale Beobachtungsstrategien zu geben.

Für die Arbeit sind Grundkenntnisse der Astrophysik, grundlegende Programmierfertigkeiten und Spaß an der Arbeit mit Rechnern nötig.

Strukturanalyse in der massiven Sternentstehungsregion Cygnus X

Betreuer: Robert Simon und Jürgen Stutzki

Cygnus X ist eine der nächstgelegenen (1.7 kpc) Regionen massiver Sternentstehung in unserer Milchstrasse. Sie beherbergt eine Reihe von clustern von OB Sternen, unter ihnen auch OB2, der wahrscheinlich reichste cluster unserer Galaxis, und eine ausgedehnte Riesenmolekülwolke. Die Region zeigt vielfältige Hinweise auf aktuelle massive Sternentstehung, u.a. zahlreichen HII Regionen, tief eingebettete warme, dichte Kerne, sowie massive molekulareAusflüsse, aber auch Hinweise auf aktive Wechselwirkung zwischen der UV Strahlung der Sterne mit dem Gas und durch die OB Assoziation getriggerte Sternentstehung.

Am I. Physikalischen Institut stehen grossräumige Kartierungen (>10 Quadratgrad) vom KOSMA und FCRAO Teleskop zur Verfügung, die es ermöglichen im Rahmen einer Diplomarbeit die charakteristischen Strukturen im molekularen Gas und den Einfluss der Sternentstehung auf diese Strukturen, und umgekehrt, zu untersuchen. Dies soll mit den am Institut entwickelten Analysemethoden geschehen (z.B. Delta-Varianz). Interessant ist hierbei vor allem die Möglichkeit eine solche Analyse mit unterschiedlichen Übergängen von CO Isotopomeren (13CO 1-0/2-1 und C18O 1-0), aber auch mit Indikatoren für hohe Dichten (CS 2-1, N2H+ 1-0) durchzuführen, um beispielsweise die Beziehung zwischen Dichte- und Geschwindigkeitsstrukturen zu untersuchen.