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Universität zu Köln
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Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Fachgruppe Physik

I. Physikalisches Institut

Moleküle: Botenstoffe aus dem Universum

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Prof. Dr. Thomas Giesen, I. Physikalisches Institut, Universität zu Köln

Kometen bestehen aus interstellarem Staub und Gas. Unter
Sonneneinwirkung dampfen sie riesige Mengen an Molekülen ab.
Die blaue Farbe des Kometenschweifs verrät die Anwesenheit des
zweiatomigen Kohlenstoffmoleküls, C_2 .

Eine zufällige Entdeckung im Jahre 1930 leitete eine neue Ära der Astronomie ein. Karl Guthe Jansky, ein Ingenieur der Bell Telephone Laboratories untersuchte atmosphärische Störungen des transatlantischen Funkverkehrs im Kurzwellenlängenbereich und entdeckte, dass eines der Radiosignale nicht von der Erde kam, sondern aus dem Zentrum der Milchstrasse. Dies war die Geburtsstunde der Radioastronomie. Heute suchen Radioastronomen mit immer empfindlicheren Instrumenten den Himmel nach Radio-Signalen aus dem Weltall ab. Die Sender sind Moleküle und Atome, die sich in riesigen Gaswolken neu entstehender Sterne oder in den Hüllen vergehender Sterne befinden. Über die Radiofrequenzen werden uns genaueste Informationen über die chemischen und physikalischen Bedingungen in diesen weit entfernten Regionen zugesendet. Die Entschlüsselung der Radiosignale erfolgt durch einen direkten Vergleich mit Labordaten. Dazu werden interstellare Moleküle im „Reagenzglas“ erzeugt und ihre Radiosignale aufgenommen. Auf diese Weise lässt sich die Botschaft der Moleküle entschlüsseln. Sie gewähren uns Einblick in das Entstehen und Vergehen weit entfernter Sonnensysteme und letztlich auch über das Schicksal unseres eigenen Sonnensystems.